Inhalt
DIE GRUNDLAGEN
Erzengel Gabriels Aufruf
Affirmationen
Claires Einleitungsworte
Catherine Anns Einleitungsworte
Annas einleitende Worte an Claire
Annas Einleitungsworte
Mutter Marias Segensworte
Jeshuas Segensworte
Von Jeshua angeleitete Meditation – »Der Atem der Einheit«
Segensworte der drei Marien
Myriam von Tyana spricht
Die unterdrückte weibliche Stimme meldet sich zu Wort
Anmerkungen der Autorinnen
Landkarten
Karte der Welt der Magdalenerinnen
Karte des Mittelmeerraums
Karte des römischen Galliens
Karte von Britannien
Einführung der Magdalenerinnen
TEIL 1: DIE MAGDALENERINNEN SPRECHEN
Das Schweigegelübde wird aufgehoben und Geheimnisse werden offenbart
ANNA – STIMME DER MAGDALENERINNEN
Historischer und geografischer Überblick
1. ANNA: Ein neues Leben beginnt
Ankunft der Familie im südlichen Gallien
Saintes-Maries-de-la-Mer, 32 n. Chr.
Einen Monat nach der Ankunft in Gallien und zwei Wochen vor der Reise zum Berg Bugarach
2. ANNA: Die Reise zum neuen Berg Karmel
Berg Bugarach im Languedoc, Frühherbst, 32 n. Chr.
Anmerkungen
3. ANNA: Der neue Berg Karmel
Anna berichtet über die Kinder von Jeshua
Berg Bugarach, 33 n. Chr.
4. ANNA: Jeshua kommt zu Besuch
Berg Bugarach, 32 und 33 n. Chr.
5. Galeah
Die Hochzeit von Jeshua und Myriam von Tyana
6. Myriam von Tyana
Myriam berichtet von ihrer ersten Begegnung mit Jeshua
In der Nähe des Khyber-Passes, 25 n. Chr.
7. Maria von Bethanien
Am Mareotis-See, Ägypten, 30 n. Chr.
Über die im Licht empfangenen Kinder und spirituelles Erwachen
Über spirituelle Abstammungslinien
Über »ein früheres Leben als Maria Magdalena«
Über die Beziehung zu Jeshua und Myriam
Über den ägyptischen Ritus der Grabkammer
8. Nathan vom Berg Karmel
Berg Bugarach, 35 n. Chr.
Karthago, Afrika, Winter, 38 n. Chr.
9. Mariam vom Berg Karmel
Berg Bugarach, Spätfrühling, 38 n. Chr.
10. Sara vom Berg Bugarach
Tochter von Isaak und Tabitha
Berg Bugarach, 19 n. Chr.
11. Lisbeth (Elisabeth Hannah)
Tochter von Jeshua und Maria von Bethanien
Berg Bugarach, 36 n. Chr.
Berg Bugarach, Frühherbst, 38 n. Chr.
Bretagne, Spätherbst, 38 n. Chr.
12. Lazarus von Bethanien
Berg Bugarach, 36 n. Chr.
13. Josef von Arimathäa
Die geplante Reise nach Avalon
Berg Bugarach, 38 n. Chr.
TEIL II: DIE UNTERDRÜCKUNG DER WEIBLICHEN STIMME
14. Maria Anna (Mutter Maria)
Rom, Italien, Herbst, 39 n. Chr.
15. Sara vom Berg Bugarach
Berg Bugarach, 41 n. Chr.
16. Phillip von Bethsaida
Ephesus, Türkei, 40 n. Chr.
Berg Bugarach, Frühling, 49 n. Chr.
Berg Bugarach, Frühlingsanfang, 55 n. Chr.
17. Johannes
Jüngster Sohn von Jeshua und Myriam von Tyana
Kappadokien, Türkei, 48 n. Chr.
TEIL III: DIE STIMMEN VON AVALON
18. Martha von Bethanien
Avalon, 38 n. Chr.
19. Lisbeth
Tochter von Jeshua und Maria von Bethanien
Avalon, 41 n. Chr. (Alter: 7 Jahre)
Avalaon, 47 n. Chr. (Alter: 13 Jahre)
Avalon, 48 n. Chr. (Alter: 14 Jahre)
20. Anna und Johannes
Avalon, 39 n. Chr.
Anna und Johannes auf dem Chalice Hill, 45 n. Chr.
21. Tanzender Wind
Annas Schwiegertochter und Noahs Ehefrau
Avalon, 49 n. Chr.
Geführte Meditation von Tanzender Wind
22. Noah
Sohn von Anna und Ehemann von Tanzender Wind
Mona (Anglesey, Wales), Frühling, 47 n. Chr.
23. Sarah
Tochter von Jeshua und Maria von Bethanien
Avalon, 49 n. Chr.
24. Johannes
Sohn von Jeshua und Myriam von Tyana
Stonehenge, Ebene von Salisbury, England, 53 n. Chr.
TEIL IV: DIE GROSSE ZUSAMMENKUNFT UND DIE AUSBREITUNG DER LICHTSAMEN
25. Lisbeth
Tochter von Jeshua und Maria von Bethanien
Glamorgan, Wales, Frühlingsanfang, 55 n. Chr.
26. Sarah
Tochter von Jeshua und Maria von Bethanien
Die »Große Zusammenkunft« in Fortingall, Scotia (Schottland), Sommersonnenwende, 55 n. Chr.
27. Mariam und Anna
Avalon, 57 n. Chr.
Anna spricht über den Angriff auf dem Weg nach Mona, Herbst, 55 n. Chr.
Mariam spricht, Avalon, Winter, 57 n. Chr.
Mariam spricht über physische Unsterblichkeit
28. Anna
Die Ausbreitung der Lichtsamen
Die Zerstreuung der Familie, 56 bis 59 n. Chr.
Jahre der Zerstörung, 56 bis 61 n. Chr.
29. Mariam
Heilung des Märtyrerbewusstseins
Nordindien, Herbst, 62 n. Chr.
TEIL V: DIE STIMME DER MAGDALENERINNEN ZIEHT SICH IN DIE STILLE ZURÜCK
30. Maria Anna (Mutter Maria)
Ephesus, Türkei, 61 n. Chr.
31. Sarah
Ebesus (Ibiza), 63 n. Chr.
Ebesus (Ibiza), 68 n. Chr.
32. Annas letzte Jahre
Avalon, Wintersonnenwende, 80 n. Chr.
Die Aussaat der Lichtsamen
33. Bruder Geoffrey
Avalon, 186 n. Chr.
Annas letzte Worte
ANHÄNGE
Chronologischer Abriss
Die Aussaat der Lichtsamen
Übersicht über Annas Nachkommen
Übersicht über Josef von Arimathäas Nachkommen
Übersicht über Jeshuas Nachkommen
Bibliografie
Danksagungen
Die Autorinnen
ANNAS EINLEITUNGSWORTE
Sei gegrüßt, geliebte Freundin oder geliebter Freund, ich bin Anna. Wieder einmal bin ich bei dir und gebe dir großzügig, worum du mich gebeten hast. Du hast vielleicht bereits von meinem Leben gelesen, das nun zu dieser Geschichte führt. Doch es ist auch in Ordnung, wenn du mich oder die lange Geschichte meines Lebens noch nicht kennst. Die Geschichte, die ich nun erzählen werde, kann für sich stehen, falls du dies möchtest. Dennoch möchte ich dich ermutigen, in die Substanz des ersten Buches – »Anna, Großmutter von Jesus« – einzutauchen, um dich mit meiner Art des Sprechens sowie dem Leben der verschiedenen Charaktere bekannt zu machen, von denen ich hier mehr erzählen werde. In jenem ersten Buch webe ich einen Teppich aus Energie sowie Details zu meinen Erfahrungen als körperlich Unsterbliche, beginnend mit meiner Geburt in Judäa 612 v. Chr. bis hin zu meiner Ankunft in Südfrankreich drei Jahre, nachdem mein Enkel Jeshua gekreuzigt worden und auferstanden war. Diese Fortsetzung wird bis zu meinen letzten Jahren in Britannien führen.
Mir ist bewusst, dass die zahlreichen Offenbarungen über meine Einweihungen der Selbstmeisterschaft so manche Leserinnen und Leser sehr gefordert haben. Doch es waren diese Erfahrungen, die mich auf meine Aufgaben als Mutter von Maria Anna (Mutter Maria) und Großmutter von Jeshua (Jesus) vorbereitet haben. Ich habe auch detailliert über meine Familie und unsere Essener Gemeinschaft berichtet, die das Christusdrama im sogenannten Heiligen Land begleiteten und aufführten. Während ich meine restliche Geschichte erzähle, wirst du bemerken, dass das, was vor langer Zeit begann, ununterbrochen weitergeht, wenn auch unter anderen Bezeichnungen und an anderen Orten.
Einige von uns, die damals in Palästina, Britannien und Frankreich auf Erden wanderten, haben gezeigt, wie der Kreislauf des menschlichen Leidens transformiert und dadurch das von der Menschheit selbst geschaffene Gefängnis verlassen werden kann. Ich trete nun hier auf, damit du die bisher unterdrückten Stimmen der Magdalenerinnen hören kannst – jener Frauen und Männer, die mit Jeshua wanderten und die um den Weg der Auferstehung und des ewigen Lebens wissen. Ich enthülle zu diesem Zweck nun Dinge, die lange verborgen waren.
Meine Worte sind vielschichtig und stammen aus den kosmischen Gefilden. Interdimensionale Energien sind in und zwischen den Worten eingebettet, die ich deinem Geist übermittle. Ich bin eine Abgesandte der Göttlichen Mutter, und ich bin dir näher, als du vielleicht denkst. Ich kam aus Gründen, die dem größten Teil der Menschheit noch fremd sind, weil du mich gerufen hast, an deiner Seite zu gehen. Während du diesen Worten und den Liebesfrequenzen in ihnen lauschst, lade ich dich ein, die Schritte zu machen, die dich der mütterlichen und väterlichen Schöpferquelle näherbringen – dem Geliebten in der Höhe, der in diesem Moment, außerhalb der Illusionen von Zeit und mentalen Konzepten, geduldig auf dich wartet.
Was ich mit dir teile, soll jedoch nicht als absolute Wahrheit empfangen, sondern durch deine eigene spirituelle Wahrnehmung erkannt und von deinem Verstand bestätigt werden. Hinterfrage, was dir gegeben wird, wäge es in deinem Geist und Herzen ab. Kultiviere nur jene Samen, die die Freude und den Frieden in deinem Leben verstärken. Meine Intention ist es, dein Bewusstsein durch Weisheit auszudehnen, die aus Klarheit und Liebe geboren wird. Auch wenn meine Worte durch die Übertragung gefiltert sind, kannst du die Frequenzen und die vielschichtigen Botschaften, die darin enthalten sind, als Schlüssel verwenden, um dein eigenes Lebensbuch zu öffnen. Falls du dich entscheidest, die Halle der Aufzeichnungen – die Akasha-Chronik von Mutter Erde – zu betreten, wirst du mir vielleicht als Führerin begegnen. Auch wenn dies der direkteste und sicherste Weg zu diesem Wissen ist, möchte ich doch betonen, dass ich auch jene ehre und respektiere, die nach den physischen Überresten suchen, die wir versiegelt zurückgelassen haben, damit sie zum richtigen Zeitpunkt gefunden werden.
Doch in erster Linie bitte ich dich, dich um dein eigenes Erwachen hin zu mehr liebevoller Güte und Freundlichkeit in deinen Beziehungen und deinem Alltag zu bemühen, gleichgültig, mit welchen Methoden. Das ist viel wichtiger, als sich in den Details meiner Geschichte zu verlieren oder zweifelnd über den kontroversen Geheimnissen zu brüten, die wir vorsichtig offenbaren. Was hier mitgeteilt wird, gilt als Häresie, da es sich gegen die unhinterfragten Traditionen und scheinbaren Wahrheiten des konditionierten Geistes richtet. Finde die befreiende Essenz der Liebe und Weisheit, die durch meine Worte transportiert wird. Etwas beweisen oder widerlegen zu wollen, zu streiten und zu disputieren bedeutet einen Verlust an wertvoller Zeit. Mir geht es nicht um Disput – mir geht es darum, dass wir alle zu unserer unendlichen Natur erwachen. Es geht um mehr als eine neue Version der Gralsgeschichte, sei sie nun Wahrheit oder Dichtung, die doch nur von der wahren geistigen Erleuchtung ablenkt.
Möge der Schleier des Schweigens gelüftet werden!
Die Stimme der Magdalenerinnen erhebt sich aus dem Staub.
Lauscht, ihr Geliebten.
Hört! Seid!
Hört die Stimme in der Stille!
CLAIRES EINLEITUNGSWORTE
Zwölf Jahre sind vergangen, seit ich zum ersten Mal Annas Botschaften erhielt, aus denen das Buch »Anna, Großmutter von Jesus« entstand. Damals wurde das Versprechen gegeben, dass es eine Fortsetzung geben würde. Dieses Versprechen möchte ich nun einlösen. Während ich ursprünglich dachte, dass sich dieses Material auf die gleiche Weise manifestieren würde wie das erste Buch, hat es einen anderen Weg genommen. Mit diesen einleitenden Worten möchte ich dich dazu ermuntern, deine Erwartungen aufgrund deiner bisherigen Erfahrungen mit Anna loszulassen und dich für eine neue Perspektive zu öffnen.
Meine Reise mit Anna umfasste Erlebnisse, bei denen ich das Gefühl hatte, »in ihrer Haut« zu stecken: zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen, zu schmecken, zu denken und Gefühle zu empfinden, wie sie es in ihrer Zeit und in ihrem Raum wohl getan hat. Diese Erfahrungen von Einheit waren sowohl mitreißend und beglückend als auch intensiv und herausfordernd. Das gilt auch für meine Erfahrungen, als ich diese Fortsetzung in die Welt brachte.
Im physischen Sinne war meine frühere, sehr intime Reise mit Anna ein einsamer Prozess. Wärst du die sprichwörtliche Fliege an der Wand gewesen, hättest du mich allein an meinem Computer schreiben sehen. Hättest du Ohren gehabt, um über die physische Ebene hinaus zu hören, hättest du wahrgenommen, wie Anna und ihr Team von interdimensionalen Wesen (ich nenne sie meinen Rat des Lichts) telepathisch miteinander und mit mir kommunizierten. Du hättest auch eine Art holografisches Gitter entdeckt, das mich umhüllte und mir erlaubte, mein Werk als Annas »Ghostwriter« hervorzubringen. Um das holografische Gitter effektiv zu nutzen, lehrten mich die Räte, meine Schwingung und mein Bewusstsein durch bewusstes Atmen, Visualisieren und das Sprechen von Mantren sorgfältig auszurichten. Das half mir, die Botschaften und Energieübertragungen klar zu empfangen.
Mit zunehmender Übung begann ich, darauf zu vertrauen, dass ich meine Aufgabe erfüllen konnte. Ich vertraute darauf, dass Anna mich durch den Prozess der Heilung und Klärung der karmischen Zell- und Seelenerinnerungen begleiten würde, der durch ihre Geschichte aktiviert wurde. Indem ich mir meines Menschseins bewusst wurde, war ich und bin ich bereit, die Verantwortung zu übernehmen für unabsichtliche Fehler oder Fehlinterpretationen, die sich aufgrund meiner Egofilter und begrenzten Sichtweisen eingeschlichen haben könnten.
Gleichzeitig wurde mir ersichtlich, dass Anna als meine Informationsquelle nicht nur strahlende Weisheit in sich trug, sondern auch bedingungsloses, tröstliches Mitgefühl für alle Wesen. Dieselbe Ebene von höherem Bewusstsein und höherer Absicht zieht sich auch durch dieses Buch. Zwar ist Anna nicht mehr die einzige Informationsquelle für die Fortsetzung, doch die Quelle bleibt dieselbe.
Nachdem »Anna, Großmutter von Jesus« veröffentlicht war, hatte ich genug davon, mich wie eine isolierte Nonne in einer Zelle zu fühlen. Ich bat Anna und meinen Rat des Lichts nachdrücklich, mir ein Unterstützungsteam zur Verfügung zu stellen. Ich werde mich ewig an den gesegneten Tag erinnern, an dem sich C. W. (die anonym bleiben möchte) und Catherine Ann Clemett auf meinen Aufruf auf meiner Webseite hin bei mir meldeten. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass ihre Unterstützung nicht nur dazu diente, meine Einsamkeit zu lindern, sondern dass auch ihre aktive Beteiligung am Übertragungsprozess notwendig war.
Und eines Morgens setzte ich mich an meinen Computer. Ein leeres Dokument wartete auf meine ersten Tastatureingaben. Ich bereitete mich mit der üblichen Einstimmung vor. Ich hatte ein Gefühl von Selbstvertrauen, auch wenn gleichzeitig Gefühle von Einschüchterung, Überforderung und Zweifel mitschwangen und ich mich fragte, ob ich in der Lage sein würde, das zu tun, was von mir verlangt wurde. Mit einer tiefen, hingebungsvollen Entschlossenheit gegenüber dem »Ruf aus der Höhe«, den ich verspürte, und mit der spürbaren Präsenz meines Teams direkt vor meiner Tür fühlte ich mich ausreichend unterstützt, um zu beginnen.
Ich begann zu schreiben und nannte die ersten beiden Kapitel »Ein neues Leben« und »Unsere Reise zum neuen Berg Karmel«. Es dauerte Tage, sie zu schreiben. Ich war enttäuscht, weil sich die Texte flach und schwerfällig anfühlten. Trotz meiner inneren Ausrichtung schien mein Geist abzuschweifen und sich zu verselbstständigen, als würde ich einen historischen Roman schreiben. Es trat nicht genügend von Annas Bewusstsein durch den Schleier hindurch, wie ich es von meinen früheren Erfahrungen als Schreibende gewohnt war. Was sollte ich tun?
Da hörte ich Anna zu mir sagen, dass ich die Antwort auf dieses Dilemma direkt vor meiner Tür finden würde. Ich folgte also ihrem Rat und fragte Catherine Ann, eine ausgebildete Hypnotherapeutin, ob sie bereit wäre, den Prozess als »Rückführungstherapeutin« zu begleiten. Obwohl ich normalerweise keine Unterstützung benötigte, um in einen ausgedehnteren Bewusstseinszustand zu kommen, war klar, dass Anna etwas plante, das eine dreifache Synergie erforderte. Ohne Zögern begannen wir also mit diesem Prozess. Es war leicht für mich, mich auf der Couch zu entspannen, sobald sichergestellt war, dass ein Aufnahmegerät präzise Aufzeichnungen des Gesprochenen liefern würde. Was für eine Erleichterung, nicht in meinen Computer tippen zu müssen!
Ich lehnte mich also auf meiner bequemen Couch zurück, während Catherine Ann ihren Platz neben mir einnahm. Sie stellte inspirierende Fragen und bediente das Aufnahmegerät. CW saß zu meinen Füßen, hielt den Raum auf der energetischen Ebene und transkribierte anschließend die umfangreichen Aufzeichnungen. Alles verband sich zu einem effektiven und dynamischen interaktiven Prozess. Innerhalb kurzer Zeit wurde es möglich, Annas Erzählung dadurch zu erweitern, dass ich mich mit neunzehn verschiedenen Männern und Frauen (darunter auch Anna) unterhalten konnte, die alle auf intime Art und Weise mit dem Christusdrama verbunden waren. Wir erlebten und hörten Stimmen, die über Jahrtausende hinweg zum Schweigen gebracht worden waren!
Mir war schon seit vielen Jahren bewusst gewesen, dass auch andere Charaktere aus Annas Umfeld ihre persönlichen Botschaften überbringen wollten. Ich wusste auch, dass es Leserinnen und Leser geben würde, die eine Resonanz zu diesen Charakteren verspüren würden und durch die Geschichten der Magdalenerinnen Heilung und ein stärkeres Erwachen in diesem Leben erfahren konnten. Und so geschah es, dass innerhalb weniger Tage, nachdem Anna sich durch dieses neue Protokoll gemeldet hatte, verschiedene Freunde und Mitglieder von Annas Familie begannen, durch den Schleier der Zeit zu treten.
Durch die Begegnung mit bereits bekannten und neuen Persönlichkeiten, durch das Hören ihrer Worte und oft auch durch das Erspüren ihrer emotionsgeladenen Schwingungen wurde uns bewusst, dass ihre Botschaften ein neues Licht auf bestimmte Informationen warfen, die bisher von vielen Forschern (Historikern und Hellsehern) übersehen worden waren. Dies würde nicht nur dazu dienen, einige Lücken zu füllen, sondern auch unterdrücktes Material, das von den Orthodoxen als häretisch angesehen wurde, an die Oberfläche zu bringen, damit es bewusst betrachtet werden konnte. Wir erkannten sofort, dass wir einen großen Teil dieses verborgenen Schatzes übersehen hätten, wenn ich darauf bestanden hätte, die Botschaften in der gleichen Weise zu empfangen wie bisher.
Wir waren verblüfft von der exquisiten Schönheit, dem Gefühlsreichtum, der spürbaren Energie und der Fülle an überraschenden Geheimnissen, die sich offenbarten. Unsere Arbeit floss fast mühelos sechs Wochen hindurch und kam dann abrupt zum Stillstand. Aus Gründen, die beim Lesen der folgenden Kapitel deutlich werden, hatte ich starke Zweifel, ob ich diese häretischen Offenbarungen veröffentlichen sollte. Seien sie nun Wahrheit oder Fiktion, ich kann die Richtigkeit der mir übermittelten Geschichten weder beweisen noch widerlegen. Ich habe einfach den Prozess der Übermittlung erfahren und durchlebt. Es war nicht meine Absicht, Geschichten zu erfinden, und ich glaube auch nicht, dass dies bei den Magdalenerinnen der Fall war. Alle, die diese Geschichten lesen, müssen für sich entscheiden, was für sie wahr und richtig klingt. Ob die Details jemals nachgewiesen werden können, ist eine andere Sache. Wie immer ist das Material von Anna vielschichtig, und die wahre Absicht dahinter besteht für mich darin, das Bewusstsein zu erwecken, und nicht, als bloße Unterhaltung zu dienen.
Es dauerte mehr als zwei Jahre, bis ich innerlich klar genug war, um die Aufzeichnungen, die wir gemacht hatten, zu prüfen und zu entscheiden, ob der Inhalt wirklichen Wert im Sinne spiritueller Lehren hatte. Ich fragte mich, ob das Material ausreichend auf die spirituellen Ebenen des höheren Bewusstseins ausgerichtet war, um tatsächlich Weisheit und Energie zu übertragen. (Ich weiß, dass dies beim ersten Anna-Buch der Fall war.) Auch wenn das Material der Fortsetzung anders war als beim ersten Buch, entschied ich schließlich, dass es sich lohnte, damit fortzufahren. Ich blickte dann tief in mich hinein, um zu klären, ob ich bereit war, ein weiteres Buch zu veröffentlichen und die Konsequenzen zu tragen, die aus der Veröffentlichung dieses umstrittenen Materials resultieren würden. Meine Selbstbefragung ergab eine positive Antwort. Catherine Ann und ich verbrachten daher 2009 viele Stunden damit, die fragmentierten Inhalte der ursprünglichen Transkripte so zusammenzustellen, dass sie mit einer gewissen Leichtigkeit und Klarheit gelesen werden können. Die nachfolgenden Kapitel entsprechen nicht der Reihenfolge, in der die Charaktere ursprünglich auftraten, sondern wurden von uns chronologisch sortiert. Sie enthalten Berichte der Magdalenerinnen, die Ereignisse in unterschiedlichen Ländern über einen recht langen Zeitraum umfassen. Annas persönliche Geschichte führt uns zu ihren Erlebnissen in Südfrankreich und zu ihrem geliebten Avalon in Britannien, wo sie uns die Geschichte ihrer letzten Jahre auf der irdischen Ebene offenbart.
Anna ist auch in diesem Buch weiterhin die hauptsächliche Wegweiserin. Sie weiß, dass du auf diesem Weg vermutlich viele Fragen haben wirst. Sie möchte, dass du weißt, dass du nicht allein bist und dass sie gut zugänglich ist, sobald du dich in einem Raum der Liebe und Dankbarkeit auf ihre Schwingungsfrequenz eingestimmt hast. Mit ihrer ausgedehnten Wahrnehmung kann sie dich auf deiner persönlichen Reise durch dieses verwirrend und mystisch erscheinende Terrain unterstützen. Anna spricht mit einer deutlich vernehmbaren Stimme für die Göttliche Mutter und die Räte des Lichts, deren vereintes Bewusstsein sich über die Zeit und den Raum hinweg ausdehnt.
Anna bat mich darum, für sie die Rolle einer Übersetzerin in der heutigen Zeit zu übernehmen, die – im Rahmen meiner menschlichen Grenzen – die vielen Stimmen und Orte von damals und heute miteinander verbindet und verwebt. Du wirst daher feststellen, dass ich immer wieder Informationen zum Kontext sowie persönliche Anekdoten und Erlebnisse einfüge, die sich im Laufe dieses bemerkenswerten Prozesses ereigneten. Außerdem sind Übersichten und Landkarten beigefügt, um dir die Möglichkeit zu geben, die komplexe Palette der verschiedenen »Stimmen« zu organisieren und zu verstehen – dieser miteinander verbundenen Wesen, die beachtliche zeitliche und geografische Dimensionen umfassen.
Um den Publikationsprozess zu beschleunigen, habe ich beschlossen, nicht so viel Zeit für den Schreibakt aufzuwenden wie beim ersten Buch. Bitte vergib mir eventuelle Lücken und redaktionelle Fehler. Catherine Ann und ich haben unser Bestes getan, um die vielen verschiedenen Fragmente zusammenzusetzen. Wir glauben, dass das, was uns übermittelt wurde, zwar an vielen Punkten unvollständig sein mag, aber doch ausreichend ist als Katalysator, der dir und deiner persönlichen Aufgabe dienen kann und dir aufzeigen wird, weshalb du auf dieser Reise mit Anna und den Magdalenerinnen unterwegs bist.
Wir haben die Informationen, die du hier lesen wirst, ausgiebig kontempliert und hinterfragt. Wir ermutigen dich, dies ebenfalls zu tun. Prüfe alles mit Herz und Verstand. Es gibt in diesen Geschichten kontroverse Aspekte, die falsch verstanden werden könnten. Das belastet mich, doch ich atme tief durch und lasse es los. Ich vertraue auf die endgültigen Ergebnisse, wie ich sie in meinen Affirmationen zum Ausdruck gebracht habe. Wir stellen diese Texte in Demut und Dankbarkeit zur Verfügung und vertrauen darauf, dass alles Kontroverse in der Klarheit eines ruhigen Geistes und mit offenem Herzen in Weisheit transformiert werden kann. Vielleicht sollte vieles von dem, was mitgeteilt wurde, einfach als Mysterium gesehen werden. Und mögen wir für alles dankbar sein, was uns geschenkt wurde.
Anna, Stimme der Magdalenerinnen führt uns über eine weitere Schwelle hin zu größerem Erwachen. Wir müssen das Beste aus der Zeit machen, die uns durch unsere menschliche Geburt auf dieser kostbaren Erde geschenkt wurde.
Mögen wir trotz aller Ängste zusammenfinden und gemeinsam Arm in Arm durch die Nebel von Avalon wandern. Mögen wir im reinen Land zusammenkommen, wo alle Polaritäten und Paradoxe sich in der grenzenlosen Einheit umarmen. Mögen wir voll Freude und Weisheit in der großen Leere tanzen!
KAPITEL ZWEI: ANNA ERSCHEINT IN DER NÄHE VON BETHLEHEM
Nun, meine geliebte Freundin, sind wir endlich zusammengekommen, wie ich es versprochen hatte, bevor du diese Inkarnation angenommen hast. Das Schicksal und eine starke, tiefe Resonanz haben uns in dieser Stunde zusammengeführt. Deine DNA ist darauf kodiert, meinen Ruf zu vernehmen. In Wahrheit ist es dein eigenes Selbst, das dich nach Hause ruft, nicht ich, denn dein Selbst ist, was ICH BIN. Du hast gedacht, du würdest mich niemals finden, und ich habe mich gefragt, wann du mich wohl einladen würdest. Doch glücklicherweise sind wir nun zusammen. Du bist ausreichend vorbereitet für diese Reise, keine Angst. Du verfügst über alles, was nötig ist, um diesen Weg mit Anmut zu gehen.
Nun, da wir unsere Reise beginnen, bitte ich dich – und ich werde dich oft daran erinnern –, tief zu atmen, dich zu entspannen und dein Herz zu öffnen. Mit jedem Umblättern der Seiten kannst du tiefer in ein umfassendes Bewusstsein deiner selbst eintauchen. Es kann sein, dass Gegenwart und Vergangenheit sich in dir verbinden und verschmelzen. Durch diese Veränderung der Wahrnehmung kann es passieren, dass meine Worte in dir alle möglichen Gefühle hervorrufen. Ich empfehle dir, tief zu atmen, deinen Geist und dein Herz zu öffnen und dich deiner inneren Wahrnehmung hinzugeben, während meine Worte auf deine Seele wirken. Wenn du dich den Gefühlen verweigerst, die mit den Worten, Bildern und Erinnerungen einhergehen, könnte dies Unbehagen in dir hervorrufen. In gewisser Weise entspricht meine Geschichte der gefährlichen Reise, die die Gralsritter unternommen haben. Denk daran, meine Freundin: Du bestimmst das Timing und die Geschwindigkeit unserer gemeinsamen Reise.
Wie in meinem Brief erwähnt, bitte ich dich zunächst, alle vorgefertigten Ideen von mir und den anderen Personen in meiner Geschichte loszulassen. Vor allem rate ich dir, mich von dem Sockel herunterzuholen, auf den du mich möglicherweise gestellt hast. Ich sehe mich nicht als Heilige. Diese überhöhte Position distanziert mich von dir. Ich bin hier. Ich bin deine Freundin.
Zweitens: Lass die Möglichkeit zu, dass ich viel länger gelebt habe, als du es je für möglich gehalten hättest. Jenen, die mir eng vertraut waren, zeigte ich mich als Unsterbliche, die mehr als sechs Jahrhunderte lang einen sterblichen Körper aufrechterhielt (wenn auch mit einigen Veränderungen). Ich sage dir dies gleich zu Beginn, damit du dich entspannen kannst, während sich meine Geschichte langsam entfaltet und immer komplexer wird.
Drittens bitte ich dich zu verstehen, dass ich nicht über menschlichem Zweifel stand. Ich fühlte und kannte die extremen Polaritäten des Menschseins und der menschlichen Gefühle, da ich mich entschlossen hatte, das ganze Spektrum des Lebens zu erfahren. Ich bin in die physische Ebene eingetaucht, wie jede Seele, die Selbstmeisterung erreichen möchte. Es gab Zeiten besonderer Schönheit und Ekstase. Es gab aber auch starke Bedrängnis und großen Kummer. Tatsächlich unterschied sich mein physisches Dasein wenig von deinem, auch wenn meine lange Lebenszeit im gleichen Körper etwas ist, was du selbst noch nicht erlebt hast. Ich erzähle dir das, damit du weißt, dass du all dies und noch mehr ebenfalls erreichen kannst.
Anna erzählt nun ihre Geschichte:
Im Dezember des Jahres 612 v. Chr. wurde in Judäa im Dorf Etam, knapp drei Meilen südlich von Bethlehem, ein Kind geboren, ein Abkömmling der Stämme Juda, Levi und Josef, etwa 358 Jahre nach der Herrschaft von König David und ungefähr 110 Jahre, nachdem die Israeliten durch die Assyrer unterworfen und in Gefangenschaft geführt worden waren. Das Kind wurde Hannah genannt, nach der Mutter des Propheten Samuel.
Hannah war der physische Ausdruck meiner multidimensionalen Seele und bereitete den Körper vor, durch den ich, Anna, mich am 23. Mai 596 v. Chr. in das Drama auf Erden inkarnierte. Und es war ein schlimmes Drama, denn Babylon war aufgetaucht, um über die Männer und Frauen zu regieren, die ihre Unschuld vor Gott vergessen hatten.
Im Jahr 597 v. Chr., während ich noch in den lichtvollen Gefilden weilte und kurz bevor ich die Erlaubnis der Lichträte für meine Rückkehr zur Erde erhielt, waren die babylonischen Soldaten von König Nebukadnezar durch Etam gezogen. Sie belagerten Jerusalem und nahmen tausende von Gefangenen als Geiseln mit. Im Mai des darauffolgenden Jahres tauschten Hannah und ich im gegenseitigen Einverständnis während einer Nahtod-Erfahrung die Plätze, durch einen Prozess der Vermischung und Verschmelzung, den ich im Folgenden kurz erläutern werde.
Du wirst dich wahrscheinlich fragen: Warum sollte eine Adeptin wie ich in so herausfordernde Lebensumstände wie die von Hannah inkarnieren? Nun, du magst solche Schwierigkeiten als unerfreulich oder sogar gefährlich wahrnehmen, doch ihr Potenzial für eine Ausdehnung und Stärkung des Bewusstseins ist enorm. Das ist einfacher gesagt als getan, daher möchte ich diese Aussage näher erläutern. Stell dir vor, dass eine Überseelenebene existiert, in der viele verschiedene Bewusstseinsaspekte kollektiv gebündelt sind. Hier herrscht eine viel umfassendere Perspektive, durch die sich viele verschiedene Zeitlinien, Wirklichkeiten und Dimensionen beurteilen lassen. Auf dieser holografischen Bewusstseinsebene ist es möglich, die mit jeder möglichen Ursache und Wirkung einhergehenden Erfahrungen wahrzunehmen.
Auf dieser Ebene lässt sich also erkennen, welche Szenarien am meisten Wachstum und Entwicklung für die miteinander verwobene Ganzheit des Lebens ermöglichen. Mögen die schmerzhaften Wachstumserfahrungen des menschlichen Lebens auf der persönlichen Ebene auch fast unerträglich erscheinen, so erfüllen sie doch den Wunsch des Schöpfers nach einem sich immer weiter entwickelnden persönlichen Wachstum. Der letztendliche Sinn des Lebens besteht darin, sich selbst als Liebe zu erfahren. Statt dich verzweifelt und mutlos zu fühlen, kannst du dich jederzeit mit der ursprünglichen Intention deiner Seele verbinden und deine aktuellen Herausforderungen in ein harmonischeres und positiveres Szenario umwandeln. Denn auf den höheren Bewusstseinsebenen wird immer das bestmögliche Ergebnis gewählt und ein optimaler Entwurf dieses Plans gespeichert. In jedem Moment ist es möglich, dich an diesen Plan deiner Seele zu erinnern und daraus Inspiration und Führung zu beziehen.
So war es auch mit meiner Erfahrung als Hannah. Nachdem alle Faktoren, inklusive der genetischen Möglichkeiten, aus der Überseelenperspektive betrachtet worden waren, wurde entschieden, einen Aspekt auf die irdische Ebene zu projizieren. Du kannst dir diesen Aspekt, die Persönlichkeit namens Hannah, als eine Facette der »Überseele Anna« vorstellen, die in die Illusion der Getrenntheit abtauchte. Hannahs begrenzte Sichtweise ermöglichte es ihr nicht, ihre wahre Beziehung zur »Überseele Anna« sowie ihre eigene Entscheidung zur Inkarnation zu erkennen. Dennoch war die Verbindung immer vorhanden, ebenso wie die Möglichkeit, durch ihre Entscheidungen bewusst das bestmögliche Resultat zu kreieren.
Du hast schon Geschichten gehört von Menschen, die verstarben, ins Licht gingen und anschließend mit einem stärkeren Bewusstsein und Glauben an ihre Schöpferkraft zurückkehrten. Oft besitzen sie anschließend mehr Fähigkeiten – ja wundersame Kräfte – als zuvor. So war es auch bei Hannah und mir. Als sie »außerhalb des Körpers« war, erwachte Hannah und erinnerte sich an die vor ihrer Inkarnation getroffenen Entscheidungen, nämlich einen Körper mit einer spezifischen DNA-Kodierung zu manifestieren, an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit zu leben und Erfahrungen zu machen, die eine enorme Selbsterkenntnis ermöglichen würden. All diese Entscheidungen würden zum gegebenen Zeitpunkt einen höheren Zweck erfüllen. Wie wir es vereinbart hatten, fand also zum Zeitpunkt ihres Erwachens, gerade als es den Anschein hatte, als würde sie sterben, ein starker »Download« statt, und ihr menschliches Bewusstsein verschmolz mit dem Bewusstsein der »Überseele Anna«. Wenn du Hannahs Verbindung zu ihrer Überseele verstehst, kannst du durch Meditation oder andere Methoden der Bewusstseinserweiterung ebenfalls eine bewusste Verbindung mit deiner eigenen Überseele oder deinem Höheren Selbst herstellen.
Nach dieser einführenden Erklärung, warum Hannah und ich, ihr »Höheres Selbst« namens Anna, die Plätze tauschten, möchte ich nun zu meiner Geschichte zurückkehren.
Ich befand mich nun also in Hannahs Körper, war desorientiert und dem Tode nahe aufgrund der Wunden und Infektionen infolge meiner Niederkunft. Eine alte Seherin namens Naomi hörte zufällig die schwachen Laute meines neugeborenen Kindes, während sie die Ochsen, Kamele, Esel und Ziegen fütterte, die hinter dem Gasthof eingezäunt waren, in dem ihr Schwiegersohn seine Gäste bewirtete. Sie holte eine Hebamme herbei, die in der Nähe wohnte, und gemeinsam wuschen sie mich und mein Kind und versorgten uns beide.
Naomi nahm mich alsdann mit in ihr bescheidenes Heim neben der Gaststätte, wo ich bleiben konnte, bis mein Kind gehen lernte. Sie fragte mich aus: »Wer bist du? Was ist vorgefallen, dass du beschlossen hast, deine Niederkunft allein und ohne ein angemessenes Dach über dem Kopf durchzustehen?« Ich konnte mich nicht sogleich an die Antworten erinnern. Viele Tage lang war ich im Fieberwahn und konnte gerade noch meinen Säugling stillen. Meine Erinnerungen waren unklar, doch mein Körper war jung – höchstens sechzehn Jahre alt.
Mit viel Geduld pflegte Naomi meinen Körper und Geist. Sie kannte sich aus mit der menschlichen Psyche, konnte Hände und Gesichter sowie die Vergangenheit und Zukunft lesen und mit meiner Seele über Zeit und Raum hinweg kommunizieren. So las sie in meinem »Buch des Lebens«, und auch wenn sie keine Adeptin war, besaß sie doch eine stark entwickelte Intuition. So begannen sie und ich in den folgenden Wochen gemeinsam, das Geheimnis zu lüften, warum ich allein in einer Höhle mein Kind zur Welt gebracht hatte.
Während der nächsten Monate verschmolz ich, Anna, aus den höheren Gefilden des Lichts mit meiner Verkörperung als Hannah. Während ich mich erdete, indem ich einfache Pflichten erledigte, für meine Tochter sorgte und Naomi bei ihren häuslichen Tätigkeiten half, kehrten meine Erinnerungen langsam zurück. Ich wurde rasch gesund, sobald ich mich orientieren konnte, denn ich hatte Energien aus einer sehr viel höheren Dimension mitgebracht. Naomi und ich trugen langsam die einzelnen Teile von Hannahs Geschichte zusammen und ergründeten, wie sie schwanger geworden war. Daraufhin gelang es mir, die Wunden zu heilen, die ihr Herz und ihre Seele davongetragen hatten. Ganz kurz möchte ich dir diese Geschichte erzählen, ohne allzu sehr auf die Details einzugehen.
Einige Wochen vor ihrer vereinbarten Hochzeit kamen Hannah und Tomas, ihr Geliebter, in der Hitze ihrer jugendlichen Leidenschaft zusammen, und Hannah wurde schwanger. Sie hielten ihre Vereinigung geheim. Doch bevor die Hochzeit gefeiert werden konnte, wurde Tomas gefangen genommen und verschleppt. Denn Soldaten aus Babylon fielen in die Dörfer ein und nahmen Frauen und Kinder als Geiseln. Zahlreiche Männer verloren ihr Leben, als sie versuchten, ihr Heim und ihre Familien zu beschützen. Alle, die Widerstand leisteten, wurden brutal ermordet, die übrigen gefangen genommen. Das Gemetzel war unbeschreiblich.
Hannah passte gerade auf ihre beiden jüngeren Brüder auf, während ihre Eltern außer Haus waren, um Nahrung zu besorgen. Die Soldaten fanden sie und ihre Brüder unter dem Bett ihrer Eltern versteckt. Sie rissen die beiden Jungen aus ihren Armen und töteten sie erbarmungslos vor Hannahs Augen. Etwas in ihr zerbrach dabei, und sie war danach nie mehr dieselbe. Dann missbrauchten sie ihren Körper und ließen sie bewusstlos und nach einem Schlag auf den Kopf halb tot zurück. Während sie auf der staubigen Straße lag, steckten die Soldaten ihr Heim in Brand und entfernten sich in der Annahme, dass sie tot sei.
An diesem Punkt landete Hannah in den himmlischen Gefilden, wo sie ihrer Überseele begegnete, die ihr erklärte, dass ihr Körper nun als Gefäß dienen könne, durch das Wunder geschehen würden, um Israel aus seiner dunklen Nacht zu befreien. So verbanden wir uns, sie und ich, die wir Aspekte der gleichen Überseele waren, und sie willigte ein, dass dieser höhere Aspekt ihrer Seele in ihre physische Form einziehen könne.
So ergab es sich in den Tagen der zweiten babylonischen Belagerung Jerusalems, dass ich das Schicksal von Hannah erbte, die verwaist, verwitwet und all ihrer irdischen Besitztümer beraubt von den Babyloniern als tot zurückgelassen worden war. Als Hannah wieder zu sich kam, fand sie sich als Ausgestoßene wieder, als Ärmste der Armen, obwohl sie in der königlichen Erblinie des Hauses David geboren war. Ihr Geist war von Dämonen besessen. Die Menschen, die sie hätten beschützen können, waren verschleppt worden, und die Verwandten der höheren gesellschaftlichen Klassen, die in Etam geblieben waren, verachteten sie als beschmutzt und rechtfertigten ihre Gleichgültigkeit mit dem Gesetz des Mose. So wanderte sie durch die dunkle Nacht ihrer Seele und trug das geheime Kind von Tomas bis zur festgesetzten Stunde, in welcher sich der Zweck ihres Daseins erfüllen sollte.
In den verbleibenden Monaten ihrer Schwangerschaft kommunizierten und verschmolzen wir in den höheren Dimensionen. Während das Baby in ihrem Bauch heranwuchs, erhielt die junge Mutter Trost und zunehmende Selbsterkenntnis durch die Zuwendung ihrer Überseele. Als die Wehen einsetzten, begann ich, Anna, mich über das Kronenchakra in Hannahs Körper zu inkarnieren. Ich trat in dem Moment vollständig in ihren Körper ein, als das Kind geboren wurde.
Ich nannte meine kleine Tochter Aurianna. Sie war ein goldenes Geschenk der Großen Mutter. Ihr kleines Gesicht leuchtete mit der Strahlkraft der Sonne, ihre großen braunen Augen funkelten wie Sternenlicht auf dem Meer, und sie war fast immer heiter und gelassen. Auriannas Präsenz war ein Geschenk während all der Tage, die sie bei mir verbrachte. Während der ersten dreizehn Jahre nach ihrer Geburt ging ich in den Dörfern Etam und Bethlehem von Haus zu Haus und bot mich als Haushaltshilfe an. Es gab viele Familien, die jemanden wie mich gebrauchen konnten, da ich über gewisse Kenntnisse in der Geburtshilfe und der Pflege kleiner Kinder verfügte, viele Heilkräuter kannte und wusste, wie man aus einem gepflegten Heim einen friedlichen Zufluchtsort gestalten konnte.
Während der dreizehn Jahre, in denen Aurianna und ich bei Bethlehem lebten, begegnete ich mehreren weisen Lehrern, die meine außerordentlich hohe Frequenz erkannten. Einige kannten mich besser, als ich mich selbst kannte, denn nach dem Wiedereintritt in die irdische Dimension braucht es eine gewisse Zeit, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, die Feinabstimmung des Geistes und des Körpers und die Transmutationen der karmischen Muster im Zellgedächtnis, bevor das höhere Bewusstsein ganz präsent sein kann. Das gilt auch für jede Seele, die durch den Geburtskanal kommt. Und für die wenigen »Walk-ins« wie mich ist es auch nicht anders, nur dass der Körper bereits vollständig entwickelt ist und es weniger Schleier gibt.
Ich möchte euch hier wissen lassen, dass meine Lehrer zu einem uralten Orden gehörten, dessen Mitglieder ebenso in abgelegenen Einsiedeleien wie in den Menschenmengen der Orte und Städte lebten. Diese verborgenen Mystiker erkannten einander, auch wenn sie für Uneingeweihte meist recht normal wirkten. Es brauchte einige Jahre der Anstrengungen von meiner Seite und des geduldigen Verständnisses meiner Mentoren, um die Schleier des Vergessens zu lüften, die ich geerbt hatte, und um zu verstehen, weshalb ich wieder inkarniert hatte.